Welpenkauf - eine wichtige Entscheidung
Einen 'alternativen Futterplan' finden Sie am Textende!
Sie interessieren sich für einen Hovawart? Das ist eine gute Idee. Wir wollen Ihnen einige Tips geben, deren Beachtung Voraussetzung für eine glückliche Mensch-Hund-Beziehung sind:
Überlegungen vor dem Kauf
Sind alle Familienmitglieder einverstanden?
Rüde oder Hündin?
Warum gerade einen Hovawart?
Was geschieht mit dem Hund während des Urlaubs?
Wie gestalten wir die Freizeit? Haben wir genug Zeit für den Hund?
Paßt diese Rasse überhaupt zu uns?
Gibt es Allergien in der Familie?
Was darf der Hund zuhause, und was nicht (Bett, Couch)?
Welche Räume sind für ihn tabu (z.B. Küche)?
Wer übernimmt die Erziehung des Hundes?
Welche Kosten kommen auf uns zu?
Wie komme ich zur Adresse eines guten Züchters?
Durch einen zufriedenen anderen Hovawart-Besitzer, durch Besuch von Hallen-Ausstellungen (Hovawarte fast immer sonntags bei FCI-Gruppe 2), durch Erkundigungen beim Tierarzt, durch Rückfrage beim VDH oder ÖKV oder durch die Welpenvermittlung des RZV oder des Österr. Hovawartklubs.
In Österreich bekommen Sie eine Züchterliste, von Deutschland erhalten Sie eine umfangreiche Liste der gedeckten Tiere und noch freien Welpen.
Was Sie unbedingt beachten sollten:
Keine Hovawarte beim Hundehändler oder Massenzüchter (Importeur) kaufen.
Seien Sie vorsichtig beim Kauf auf Inserate, sei es in Tages- oder Tierzeitungen. Erkundigen Sie sich, ob der Zwinger der FCI angeschlossen ist. Seriöse, einwandfrei identifizierbare Inserate sind von den Welpenmittlungen des RZV und ÖHK.
Hovawarte werden von Zuchtwart mit 8 Wochen am Ohr tätowiert. Diese Nummer im Ohr muß mit der in der Ahnentafel angegebenen Zuchtbuch-Nummer übereinstimmen. Im Rahmen des Tätowiervorgangs erfolgt ein sorgfältiger Test der einzelnen Welpen und für jedes Tier wird ein Wurfabnahme-Protokoll ausgestellt. Gehört zu den Verkaufsunterlagen.
Achten Sie auf FCI-Papiere. Dies können Sie sehen, wenn irgendwo - meist auf der Vorderseite der Ahnentafel - ein FCI-Emblem aufgedruckt ist. In den der FCI angeschlossenen Clubs wird auf Gesundheit und Wesensfestigkeit der Elterntiere geachtet und die Welpenaufzucht überprüft.
Zu den Ihnen übergebenen Papieren gehört auch ein Impfpaß mit Impfungen gegen Staupe, Hepatitis, Parvovirose und Leptospirose.
Wie erkenne ich einen guten Züchter?
Er ist Hobbyzüchter, d. h. er hat meist nur 1 oder 2 Hündinnen im zuchtfähigen Alter.
Es gibt keine Zwingeranlage. Erwachsene Hunde und Welpen werden in der Familie integriert gehalten.
Die Hunde machen einen gesunden und fitten Eindruck (u.a. keinen Hängerücken, keine durchgetretenen Pfoten, glänzendes Fell, lebhaft, kontakt- und spielfreudig, aufmerksam, klarer Blick).
Die Welpen zeigen ein unbefangenes Wesen, haben viel Auslauf, kommen auf Sie zu, lassen sich streicheln und hochnehmen, spielen und toben intensiv, sind neugierig, fressen wie die Scheunendrescher, lassen sich durch Lärm nicht irritieren uvm. Und auch die Mama ist beim Welpenpulk (sie muß ihre Kinderschar ja ständig erziehen und überwachen) - meist wird sie sich an Sie drängen, weil sie auch Streicheleinheiten möchte. Seien Sie mißtrauisch, wenn die Mutterhündin weggesperrt wird.
Zur Wahl des richtigen Welpen für Sie können wir Fachliteratur empfehlen, wie z.B. Unser Hund wird gut erzogen von E. Schnabel im Kosmos Verlag. Und dann das Herz sprechen lassen. Es ist fast nie falsch, wenn Sie den Welpen für sich wählen, der sich schon für Sie entschlossen hat. Liebe auf den ersten Blick gibt es auch zwischen Hund und Mensch.
Der Züchter wird Sie um Verschiedenes bitten, u.a.:
Daß Sie Mitglied werden im Verein, in dem er züchtet, daß Sie eine Zuchtveranstaltung besuchen (Nachzuchtbeurteilung, Schau), zu der er Sie einlädt, daß der Hund mit einem gewissen Alter auf HD geröntgt wird.
Das hat nichts damit zu tun, ob Sie selbst züchten wollen oder nicht. Es hat aber mit den Auflagen zu tun, die unsere Züchter haben, um unsere Rasse so gesund und wesensfest zu erhalten, wie sie es ist.
Was gilt es vorzubereiten?
Sie haben sich nun für einen Welpen entschieden und holen ihn bald ab.
Halsband, Leine, Futterschüssel und Trinknapf, einen kleinen Karton für seine Spielsachen (Tannenzapfen, Tennisbälle, Büffelhautknochen, alten Wollpullover zum Abholen, aber auch zum Spielen und Zerren u.a., auf keinen Fall Gegenstände aus Synthetik), Futter (Futterplan rechtzeitig vom Züchter geben lassen). Ob Sie bei diesem Futter bleiben wollen oder nicht, obliegt allein Ihnen. Ob Frisch- oder Fertigfutter hängt von Ihren Möglichkeiten ab, bei Züchtern wird häufig gemischt, damit die Welpen an alle möglichen Futterarten gewöhnt sind.
Zu welchem Tierarzt gehen Sie (den gesunden Welpen vorstellen und den Tollwut-Impftermin vereinbaren)?
Haftpflichtversicherung abschließen, zur Hundesteuer anmelden.
Wo ist der geeignetste Abrichteplatz?
Es ist klar, daß ein so intelligenter Hund wie der Hovawart abgerichtet werden muß, und zwar von Ihnen selbst.
Besuchen Sie, noch bevor der Welpe da ist, einige Abrichteplätze. Schauen Sie dem Übungsbetrieb zu, und wo Sie sich wohl fühlen, dort erkundigen Sie sich, ob es Welpenspielstunden oder Ähnliches gibt. Das kann, muß aber nicht, ganz in der Nähe sein.
Auch der Züchter gibt Ihnen nach Möglichkeit entsprechende Tips.
Häufig sind Allgemeinplätze am Vorteilhaftesten, denn dort wird mehr mit Liebe als mit Ehrgeiz gearbeitet.
Sie sollten jedoch mit Ihrem Welpen nicht vor dem Erreichen des kompletten Impfschutzes (ca. 1. Woche nach der Tollwutimpfung) zum Abrichten gehen. Für den jungen Hund reichen 1- bis 2-malige Besuche im Monat, das Gelernte wird kurz beim täglichen Spaziergang geübt.
Denken Sie vor allem auch daran, daß es für den Hund als Meutetier gilt, das einmal Erreichte zu verteidigen. Also, was man dem Hund einmal erlaubt, darf er immer. Daher unbedingt vorher überlegen, was darf er, was darf er nicht, das erspart viel Ärger. Und die Familie von Großmutter bis Kleinkind sollte sich in diesem Punkten absolut einig sein.
Auch das ist ein wichtiger Tip für ein erfülltes Miteinander zwischen Hund und Herrn. Nun wünsche ich Ihnen eine lange gemeinsame und glückliche Zeit mit Ihrem Partner Hund.
Und - noch etwas ganz Wichtiges: Spielen Sie mit Ihrem Hund, viel, mehr, noch mehr. Aber immer sollten Sie als Chef das Spiel, die Spieldauer bestimmen.
Nun noch ein 'alternativer' Futterplan, denn die gute Fütterung des Welpen ist die Basis für ein gesundes und lange Hundeleben.
Strengstens verboten ist: Schweinefleisch (Aujetzkische Viren, die nur auf Schweinefleisch leben und für den Menschen unschädlich sind, lösen beim Hund Pseudo-Tollwut aus, die absolut tödlich verläuft).
Äußerst selten - oder lieber gar nicht - sollte der Hund Kalbfleisch oder Geflügel bekommen, da in diesem Fleisch noch sehr viele Wchstumshormone enthalten sind. Diese Tiere müssen ja schnell zur Schlachtreife hernwachsen!
Morgens: Frisches Obst und/oder Gemüse (z.B. abwechselnd Äpfel, Bananen, Trauben, Zucchini, Tomaten, Paprika, Salat oder was der Welpe sonst gerne frißt) mit etwas Getreide (Reis oder rohe Haferflocken) vermischen. Mit verdünnter (Kondens-)Milch verflüssigen, evtl. ein Ei darunter mengen oder (Frisch-)Käse. Ein Präparat wie z.B. Athrosan in Maßen beigefügt stärkt die Gelenke. Mit ca. 1 Jahr können Sie das 'Frühstück' wegfallen lassen und statt dessen ein Ei oder einen Hundekuchen oder eine Scheibe Vollkornbrot oder ein hartes Brot nach dem 1. Spaziergang geben.
Mittags: 200 - 250 gr rohes, in ca. fingerlange Streifen geschnittenes Rindfleisch mit etwas Öl und Wasser, dazu etwas für schönes Fell wie z.B. (Bier-)Hefe oder Leinsamen oder Seealgen. Diese Mahlzeit entfällt mit 6 Monaten, anstelle dessen etwas zum Nagen geben.
Früher Nachmittag: Topfen (Quark) oder Hüttenkäse oder Joghurt mit Obst (Bananen oder Rosinen oder Nüsse) mischen. Auch diese Mahlzeit entfällt mit 6 Monaten, anstelle dessen ein Spaziergang.
Abends: ca. 1/2 - 1 1/2 kg rohe, ungeputzte Kutteln im Ganzen geben. Das wird die Hauptmahlzeit und die gegebene Menge richtet sich nach der Figur des Hundes. Etwa 2x wöchentlich Reis mit Gemüse geben, nicht immer nur Fleisch. Heranwachsende und junge Hunde sollten 2/3, ältere Hunde nur mehr 1/3 ihrer Nahrung in Form von Fleisch bekommen.
Test für die 'gesunde Linie': Die Rippen müssen deutlich spürbar sein!
Bei Belohnungen können Sie sehr erfinderisch sein. Neben Katzentrockenfutter (weil es so kleine Stückchen sind) oder Dokos mögen z.B. meine Hunde sehr gerne Haselnüsse, Mandeln, Rosinen und Vollkornbrot. Und für ein Stückerl Käse würden sie wohl glatt ihre Seele verkaufen!
Selbstverständlich ist zwischendurch ein dicker Hundekuchen, ein Knochen vom Ochsenschwanz oder ein Suppenknochen sehr gefragt! Und es gibt noch viele andere Hundeköstlichkeiten.
Vergessen Sie nicht, in der Wachstumsphase Kalktabletten in mäßiger Menge zu geben, z.B. Cafortan von den Fortanwerken in Wuppertal.
Diese Seite wurde am 29.02.04 aktualisiert.

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