Das ist sie:

Unser neuestes Familienmitglied

Lessa von der Marienmühle

- hier 6 Wochen alt - geboren am 10. November 2000. Vater: Freddie von der Elbperle, bl, Mutter: Wanda vom Gablitztal, sm.

So, nun bin ich mittlerweile 2 1/4 Jahre alt. Hier hat mich das Herrchen fotografiert. Er hat mich gar nicht schlecht getroffen. Wißt Ihr, wie er mich momentan nennt? Leberkäs-Schnurzel! Die dazu gehörige Geschichte erzähle ich später. Lessa.

Erster großer Zorn

Seit drei Tagen bin ich nun hier und weiß natürlich schon, welche Köstlichkeiten speziell für mich vorbereitet werden. So sah ich meinem Frauerl interessiert beim Zubereiten der Fleischmahlzeit zu, und komischerweise tat sie dies gleich nach dem Frühstück. Ich saß wie angenagelt vor der Küche (in die ich nicht hinein darf) und erwartete, daß mir diese Köstlichkeit nun gleich verabreicht wird. Als dies nicht geschah, zog ich voll Wut die Zeitung vom Stuhl, zerfetzte sie klitzeklein und ging dann mit hocherhobener Rute und ohne den bösen Boss eines Blickes zu würdigen auf meinen Platz. Ich war so wütend, daß ich vor Zorn bebte. Da ich aber nicht nachtragend bin, war ich sogleich zur Stelle, als es dann endlich so weit war und meine Großtante Esther und ich unser Fleisch bekamen.

 

Besuch aus Bad Homburg

Im Juli - ich war immerhin schon 8 Monate alt - bekam ich lieben Besuch. Eine Freundin meiner Menschen, die Petra heißt, kam mit Bonnie. Die gefiel mir gleich sehr gut, denn sie ist auch eine 'Hovawärtin', ebenfalls schwarzmarken und nur 5 Monate älter als ich. Das bedeutete also nicht nur herrlich viel Umhertoben im Garten und liebe Gesellschaft bei den vielen Wanderungen, sondern sie zeigte mir so interessante Dinge wie in den Wald abchappieren und bei Frauchens Rufen die Ohren zuklappen.

Dafür lernte sie von mir, wie man eine Kuttel möglichst rasch vertilgt. Und wie man eine Seilbahn besteigt, sich selbst Beeren zupft oder die Kühe verbellt. Ich habe den Eindruck, Bonnie war sehr stolz auf die neuen Errungenschaften.

Als Bonnie wieder nach Hause reiste, wartete ich nur auf die erste Unachtsamkeit meines Frauchens und husch, weg war ich im Wald. Das hätte ich lieber bleiben lassen! Wurden mir die Ohren langgezogen - und an die Leine mußte ich auch - pfui Spinne. Kaum hebe ich die Nase Richtung Wald, muß ich schon hören: bleib auf dem Weg.

Mittlerweile haben wir uns arrangiert, Frauchen und ich. Manchmal schaue ich doch schnell nach Eichhörnchen rechts oder links vom Weg, aber beim ersten Pfiff komme ich gleich auf den Pfad (der Tugend) zurück. Vorläufig wenigstens.

Ist auch verboten!

Advent ist momentan, sagen die Menschen. Da hat Frauchen so allerhand interessante Dinge auf den Tischchen und Schänkchen und an der Wand angebracht. So herrlich glänzende Kugeln, vergoldete Nüsse und Taxen. Ich liebe Nüsse, da mußte ich mir gleich eine holen. Aber - was war das? Die war ja leer! Also noch ein Versuch - da kam aber Frauchen dazwischen - schon wieder verboten.

Versuch ich es mal mit den Kugeln, dachte ich mir, morgens, als alles noch schlief. Hm, rote Farbe schmeckt gut. Man muß nur vorsichtig lecken, daß das Zeug nicht zerbricht. War aber auch verboten. Oh je, meine Ohren!

Aber die Taxen, die waren doch sicher für mich aufgelegt - aber auf dem Tisch?? Vorsichtig probierte ich mal - aber den Ton und den Blick kenne ich nun schon. Also, außer dem Schnee draußen ist der Advent für Hunde nicht schön. Aber der entschädigt für vieles.

Warum nur....

kann ich nicht klettern? Da hat der liebe Gott doch tatsächlich etwas für uns Hunde vergessen. Es gibt da nämlich am Waldrand und auch mittendrin so freche schwarze Viecher - manchmal sind sie auch rotbraun - die hüpfen einem vor der Nase herum und sind dann wie der Wind auf dem Baum. Dann sitzen sie frech auf einem Ast so ein paar Nasenlängen über einem und schimpfen herunter. Dann werfen sie auch noch halb abgenagte Tschurtschen herunter. Einfach unverschämt. Und wie schlau ich es auch anstelle und wie rasch ich auf sie zusteche - sie sind immer um einen Meter voraus. Das ist nicht zum aushalten. Welcher große Hund weiß hier Rat?

Frauchen sagt

ich bin nun viel kostbarer. Was das genau bedeutet, weiß ich zwar nicht, aber es scheint etwas mit dem schönen, großen, wolligen Teppich aus dem Wohnzimmer zu tun haben. Ich liebe diesen Teppich sehr, und zwar so sehr, daß ich einmal kosten wollte, ob er auch so gut schmeckt, wie er riecht. Ich hab nur einen kleinen Bogen an der großen Fransenkante herausgebissen. Aber Frauchen hat es erstens sofort entdeckt (die Eichkatzeln sieht sie nicht so schnell) und war darüber ziemlich bös. Meine Ohren mußten wieder mal dran glauben - dann meint sie es wirklich ernst! Jedenfalls war dieser schöne weiche Teppich ein paar Wochen weg - ohne Ersatz! Ich mußte zu Esther auf die Hundedecke, wenn ich es weich haben wollte. Aber da hatte ich nur die halbe Aussicht, und wenn ich mich sehr breit machen wollte, brummte die alte Dame ein wenig. Doch nun ist der feine Teppich wieder da und sieht aus wie vor meiner Kostprobe. Und Frauchen sieht mich, wenn ich an der Kante schnuppere, schief an und sagt: Ja, ja, nun bist Du noch viel 'kost'barer. Was sie damit wohl meint?

Schlechte Noten

habe ich letzthin in Salzburg bekommen, sagt mein Frauchen. Ich fahre doch so gerne nach Salzburg, denn da besucht uns immer meine Erstmama, die Erni. Und natürlich hat die immer eine Überraschung dabei. Nicht Leckerlis, wie Ihr denkt. Aber schöne, flauschige Spielsachen, die schön quietschen wenn man drauf beißt und die ich sehr vorsichtig behandle. Das letzte Mal hab ich die Erni auf der schönen Ausstellung in den großen Hallen gesehen.

Aber diesmal kam sie nicht. Und dabei waren wir auf einem schönen, großen Hundeplatz mit vielen alten Bäumen - und einem Super-Badefluß, der Salzach, daneben. Da ich ja ein verkappter Seehund bin, hab ich mein Frauli immer wieder dorthin gelockt und bin mit Hingabe geschwommen. Die verschiedensten Bekanntschaften hab ich dazu mitgenommen, auch meinen Bruder Lou.

Zwischendurch kam ich mal dran zu einem Abenteuerspaziergang. Zuerst wurde ich gemessen und genau angeschaut, die Sabine war dabei und der Herr Krämer. Der konnte sehr gut mit Hovi-Damen umgehen, den kannte ich doch schon ... ach ja, in Amstetten war er auch.

Dann ging es eigentlich ganz lustig weiter. Mit einer Beißwurst spielen. Die war plötzlich weg. Wo war sie nur? Die Sabine hatte sie! Und spielte mit dem Frauerl damit, ich erwischte die einfach nicht. Dann flog die Wurst in einen Haufen Plastikflaschen. Ich wie wild hinein - aber was war das? Die Flaschen flogen hoch und gegen meinen Bauch. Das gefiel mir nicht und ich holte mein Spielzeug vorsichtig heraus, damit die Dinger nicht wieder hüpften. Als nächstes huschte mir ein Fetzerl voran, ich hüpfte munter hinterher, wußte aber nicht, was ich damit anfangen sollte.

Dann kam etwas Lustiges. Eine nette Dame, die aussah wie Professor McGonagall. Das ist die Chefin vom Haus Gryffindor in Hogwarts. Was, Ihr kennt Harry Potter nicht? Na, so was. Müßt Ihr mal lesen. Muß sehr spannend sein. Mein Frauli liest das immer wieder und lang,lang,lang... Also, die nette Dame hatte einen hohen Hut mit großer Krempe und einen Zaubererumhang an, und einen Korb. Ich beobachtete sie genau, sie tat gar nichts Böses. Aber dann wollte sie mich streicheln, einfach so. Ich muß doch zuerst immer genau schnuppern! Daß das die Leute einfach nicht beachten. Aber nach dem Schnuppern erkannte ich sie wieder. Sie war schon beim Messen dabei gewesen.

Die nette Frau Steghofer ließ eine Rasselkette fallen, ich wedelte mal kurz, mußte aber gleich weiter und dann kam was Komisches. Ein Schlitten mit einem Chinesen drauf mit Glöckchen am Ohr. Bewegte sich einfach auf uns zu. Ich knurrte. Ganz großer, gefährlicher Hund. Mein Frauerl sagte gar nichts. Ich ging ein wenig näher zu ihr hin und knurrte wieder, denn der Schlitten kam noch näher. Alles nützte nichts, das Ding glitt noch näher an uns heran. Nun ging ich in die Sicherheitszone und versteckte ich mich beim Frauerl. Nun endlich redete das Frauerl mit mir und zeigte mir, daß das nur ein Schlitten war mit einem Manderl aus Holz drauf. Ja, warum nicht gleich!

Nun mußte ich nur noch an einem Overall, der vor einem Baum hing vorbei, und dann klatschten die Leute, nachdem der nette Herr Krämer was zu meinem Frauerl gesagt hast. Ich hörte da was von zu enger Beziehung???? Was das wohl war? Aber die Jugendbeurteilung haben wir bestanden, mein Frauli und ich. Und echt, ich hatte außer in die Wurst beißen nicht geübt, und ich war das erste Mal auf diesem schönen Platz. Das ist doch eine Leistung für einen jungen Hovawart.

Aber Frauli fand, ich hätte schlechte Noten. Zwar viele 1er (Ze) beim Aussehen, aber nur ein einzigers Ze beim Wesen. Dabei gehöre ich zu den wenigen Hunden, die an diesem Tag 'bestanden' haben. So eine unzufriedene. Ich werd es ihr schon zeigen. Beim nächsten Mal. Wuff!

*****

Paul ist super, und der Günter auch!

Was, Ihr kennt den Paul und den Günter nicht? Also, der Paul ist der Paul Heck aus der Rhön in Bayern und er kommt immer im Herbst zu uns nach Patsch zu einem Kurs. Und da ist nachmittags auch der Günter dabei. Der Günter spielt endlich richtig und toll mit der Beißwurst mit mir. So richtig lang. Mit Hochheben und durch die Luft wirbeln - ich laß nicht aus. Und stubse den Paul und den Günter immer wieder mit der Beißwurst an, damit sie weiter machen. Aber da gibt es noch viele andere Dinge. Wir üben Fährte. Das liegt uns Hovawarten doch so richtig an der Nase. Meine Freundin Kira hat auch viel Spaß daran. Und erst der Zimba aus Lechaschau. Nur Mäuse suchen durften wir nicht. Das hab ich am 2. Tag probiert - und schon kam ein kräftiges Pfui.

Aber in der Unterordnung hatten wir großen Spaß. Das Apportieren habe ich gelernt. Nun muß nur das Frauerl alles in der richtigen Reihenfolge tun, dann klappt es. Und endlich spielt sie mit einer Beißwurst oder einer Tschurtsche mit mir, damit das Gehen nicht so langweilig ist. Mir macht das richtig Spaß.

Und die Kira - die ja eigentlich Liesa heißt, hatte auch so viel Gaudi. Vor allem - was Wunder - beim Spielen mit der Wurst. Die muß so toll gewesen sein, daß sie einen anderen Namen bekam. Sie hieß im Kurs: Mörderliesl. Klingt genauso lustig, wie wir beide es hatten. Und wir wollen fleißig miteinander schnüffeln - ach ja, fährten - üben. Dann freut sich auch der Paul, wenn er nächstes Jahr wieder kommen kann. Hoffentlich!

 

Meine Schwester Luna und mein Bruder Lou

waren auch beim Kurs (sogar die ErniMama und der Harald haben uns dort extra besucht), und es hat ihnen so gut gefallen, daß sie noch ein paar Tage hier blieben. Und heute, am 16.10.02, haben wir eine wunderschöne Wanderung gemacht, nämlich eine große Runde über ein Kar und einen Seesteig zum Obernberger See. Mit Pause in der Hütte und Abstieg über die Almen. Ich kenne ja den Obernberger See sehr gut, da bin ich nämlich zum Seehund avanciert. Aber heute war es so richtig toll, weil wir fast die einzigen Hunde+Leute unterwegs waren. Das Wetter hätte für die Menschen zwar besser sein können, aber wir Hunde waren restlos glücklich. Wir haben herrlich miteinander gespielt und sind in Felsen geklettert, durch Rohre geschlüpft und auf Steinbrocken gehüpft - es war super. Sollte ich mal nach Wien fahren, dann besuch ich mit ihnen doch glatt die Donauinsel, von der die beiden so schwärmen. Aber jetzt bleib ich erst mal hier und warte auf den Schnee, der ja bald kommen soll.

 

Diese Seite wurde am 29.02.04 aktualisiert.

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