Erlebnisse
Fabrikfutter - wie alles angefangen hat.
Es ist mir einfach unbegreiflich, mit welcher Gedankenlosigkeit und Unbekümmertheit viele Hundebesitzer nur nach dem Sack mit den Kroketten oder Körndln greifen, um damit ihren Hund von klein auf nicht nur gelegentlich zu füttern, sondern nahezu ausschließlich.
Denken diese eigentlich nicht daran, wie wichtig eine gesunde Ernährung gerade in der Aufzucht ist, wobei gesund bestimmt nicht mit der Verabreichung von abgewogenen Körndln identisch ist.
Und sogar Züchter ernähren so ihre Hündinnen und die Welpen, und sind dann bestürzt und traurig, wenn plötzlich unerklärliche Krankheiten auftreten. Die Tierärzte sagen dann, das ist ein genetischer Defekt - und sie haben damit gar nicht so Unrecht, aber es ist ein durch Füttern mit Fabrikfutter (totem Futter) erworbener genetischer Defekt.
Die großen Hundeorganisationen, die ja auf Gelder von Sponsoren (für die Ausrichtung der Schauen) und Werbung (für die Finanzierung der Zeitungen) angewiesen sind, veröffentlichen in ihren Magazinen natürlich nichts Negatives über das FastFood für Hunde. Wer sägt schon an dem Ast, auf dem er sitzt.
Aber, schon 1932 und 1946 bewies F.M. Pottenger jun. mit seinem Mitarbeiter D.G. Simonson in Untersuchungen an Katzen, daß 'totes Futter' - und nichts anderes ist dieses Industriefutter - ab der 2. Generation irreparable Schäden verursacht.
Auch die Ergebnisse der Untersuchungen des Wissenschaftsjournalisten (mit medizinischer Ausbildung) Klaus Dieter Kammerer von Transanimal beweisen, daß u.a. nahezu alle Erkrankungen des Bewegungsapparates durch dieses Futter verursacht werden. Allerdings beziehen sich seine Ausarbeitungen bisher nur auf das einzelne Individuum und nicht auf eine Generationenfolge.
Ich denke aber darüber nach, wie es dazu kommen konnte, daß plötzlich unsere Hunde, die seit Jahrtausenden problemlos von den Resten menschlicher Nahrung lebten, nun das Fabrikfutter als das non plus ultra verabreicht bekommen.
In den 50er Jahren gab es meines Wissens z.B. nur 'Matzinger Hundeflocken' zu kaufen. Diese hatten abführende Wirkung und waren wohl für Leute gedacht, die eh keine Zeit für ihren Hund haben. Schnell mal nur um die Ecke mit dem Hund, schnell etwas zusammengemantscht. Was extra Gekauftes - das muß gut (genug?) für den Hund sein. Ist das heute eigentlich anders?
Ende der 50er Jahre kam Dosenfutter auf den Markt. Ich hatte damals meinen ersten eigenen Hund, einen von seinem Besitzer verlassenen Findel-Pudel. Alle paar Wochen war eine Schur fällig, und der ältere Herr, der sich mit meinem Hund beschäftigte, mahnte mich, nur ja kein Dosenfutter zu geben. Denn alle die Hunde, die er pflegt und die Dosenfutter fräßen, stänken fürchterlich und hätten Ekzeme über Ekzeme. Nun, mir war Dosenfutter sowieso zu teuer und in unserer Familie bekamen die Hunde von unserem Essen. Am liebsten mochten sie z.B. Leberknödel mit Sauerkraut, oder Reis mit Soße und Salat. Als geliebten - aber für die Augen schlechten - Nachtisch gab es ein Zuckerstückchen mit Sahne.
Anfang 1973 kam unsere Schäferhündin Britta ins Haus. Sie war schon 2 Jahre alt und abgerichtet. Da ich ihr das gleiche Futter geben wollte, wie es der Züchter verabreichte, bekam sie rohen, ungeputzten Blättermagen, den ich direkt vom Schlachthof holte. Diese Fütterung war extrem gewöhnungsbedürftig, und kaum jemand außer mir opferte sich für die Fütterung. Aber unsere Hunde waren - sofern keine Einwirkung von außen kam (1x Gift, 1x kontaminiertes Wasser) - gesund und langlebig. Heute bekomme ich leider nur noch grünen Pansen, da der Verkauf von Blättermägen auf Verlangen der 'Grünen' aus umweltschützerischen Gründen verboten wurde.
Als ich 1980 unseren ersten Wurf großzog, erhielt ich den Besuch eines Industriefuttervertreters mit dem Angebot: 2 Jahre kostenloses Futter für alle meine Hunde, wenn ich die Adressen der Welpenkäufer herausrückte. Natürlich ging ich darauf nicht ein, war aber nun in der Kartei dieser Firma und bekam serienweise Unterlagen über gesunde Ernährung, und Tipps, wie man seinen Hund fit hält, und Ausarbeitung für Agility und ..... Man gab sich sehr viel Mühe.
Etwas Weiteres kam noch. Unser Züchter - wie es sich gehört, die Vertrauensperson - hatte 1 Waggon Fertigfutter bestellt und mußte es los werden. Kleiner Nebenverdienst. Wir nahmen auch 1 Sack, der in der Garage vor sich hinstand und Mäuse anzog. Er wurde entsorgt und die Katze 2 Tage in der Garage gehalten, dann war wieder Ruhe im Haus.
Dann kam man auf die Masche, bei Hundeklubs Vorträge über gesunde Ernährung zu halten. Gesund vor allen Dingen für das Konto der Hersteller.
Als nächstes wurde diesen Firmen bewußt, daß Studenten der Veterinärmedizin kaum etwas über die Ernährung der 'Kleintiere', zu denen nun einmal die Hunde gehören, lernen. Das Calcium-Phosphor-Verhältnis müsse stimmen. Das war der einzige lapidare Satz, den man noch 1987 an der Uni München hörte. Einer meiner Welpenkäufer besuchte um diese Zeit gerade diese Uni.
So engagierte man Tierärzte, bildete sie mit großer Sorgfalt entsprechend aus und lies sie auf die ahnungslosen Tierarztkollegen los. Unsere Tierärzte beziehen also ihr Wissen über gesunde Ernährung den Erkenntnissen der Futterfabriken. Zur Zeit halten diese speziell ausgebildeten Tierärzte sogar Vorträge an den Unis vor den künftigen Veterinären.
Dann inserierte man in den Hundezeitungen für lukrativen Nebenverdienst z.B. für Figuranten auf den Abrichteplätzen.
Natürlich kommt auch perfekt durchdachte Werbung nicht zu kurz. Was will man den äußerst glaubwürdig geäußerten Argumenten: Das Beste für Ihren Hund - Sie können Ihren Hund gar nicht so perfekt und ausgewogen ernähren - aus dem Stegreif entgegenhalten?
Erst wenn Hunde trotz oder gerade durch das teure Körndlfutter erkrankt sind, fangen manche zu denken an. Oft ist es schon zu spät.
Also, widerstehen Sie den Einflüsterungen der Werbung, schalten Sie Ihr Gehirn ein und ernähren Sie Ihren Hund gesund mit frischen Sachen und Körndln nur im Notfall.
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Riesiges Glück gehabt!
Einen wunderschönen Wanderurlaub hatten Christine und Ritchie mit ihrer blonden Asja angetreten. Den Höhenweg im Stubaital wählten sie dafür. Nun ist ja bekannt, daß es im Stubai viele 'Beißwürmer' = Kreuzottern gibt. Aber wer denkt schon daran, daß die neugierige Asja - in 2600 m Höhe zwischen Franz-Senn- und Starkenberger-Hütte kurz nach 9:00 h früh - von einer vermutlich kältestarren Kreuzotter in die Schnauze gebissen wird.
In Minutenschnelle schwoll ihre Schnauze an und sie muß irre Schmerzen gehabt haben. Wie sie die Assi nach unten brachten, wissen die Besitzer gar nicht mehr so genau. Aber sie hatten das Glück, daß sie bald auf einen Helfer stießen, der mit dem Geländewagen unterwegs war und sie mit ihrem Hund sofort zum Tierarzt brachte.
Dank der gekonnten kombinierten allo- und homöopathischen Behandlung hat Asja die 'volle Ladung' Schlangengift gut überstanden und war schon nach wenigen Tagen wieder munter unterwegs. Wir freuen uns mit den Besitzern, daß sie so viel Glück hatten!
Im klugen Buch von Dr. Wolff (Unsere Hunde gesund durch Homöopathie) habe ich nachgelesen. Gegen Bisse von Kreuzottern hilft Ledum D4 und Lachesis D8, viertelstündlich im Wechsel gegeben. Es steht nicht dabei wie oft bzw. wie lange Zeit, aber sicherlich merkt man es am Zustand des Hundes, wieviel Gift die Kreuzotter gerade in den Zähnen hatte. Und danch richtet sich die Häufigkeit der Gaben. Diese Mittel werde ich künftig bei Ausflügen in die Berge im Rucksack haben!
Unfreiwilliges Bad im Wildbach
Die Ruetz ist ein gefürchteter Wildbach und durchfließt das Stubaital, eines der schönsten Täler Tirols mit vielen herrlichen Wandermöglichkeiten. Gespeist von den Stubaier Gletschern ist dieses Gewässer gerade durch die steilen Wände der Regulierung besonders gefährlich. Und da geriet auch meine Esther in eine böse Lage.
Während ich meine Bergschuhe anzog, lief sie in einem unbeobachteten Augenblick zum Bach um dort zu trinken, rutschte an der steilen Böschung aus und stürzte kopfüber ins Wasser. Zum Glück bemerkte ich gleich, daß sie nicht da war und lief instinktiv zum Bach. Da sah ich sie mitten im Bach treibend und lief, sie laut rufend, das Ufer entlang. Sie schaffte es auch, an unsere Seite herüberzuschwimmen, aber jedes Mal, wenn sie ans Ufer klettern wollte, riß sie die Strömung weg.
Endlich war ich nahe genug und konnte so laut brüllen, daß das Getöse des Baches übertönt wurde, und da sie mich hörte, drehte sie sich zu mir um und versuchte eine dritte Landung, die dann auch gelang, weil sie gegen die Strömung schwamm (obwohl sie natürlich weiter mitgerissen wurde), aber dadurch wurde sie beim Herausklettern an das Ufer gepreßt und kam heraus. Sie war so was von naß, daß sie mir um die Hälfte kleiner vorkam.
Schwerlich zu sagen, wer froher war. Meine getaufte Maus oder ich. Geschadet hat ihr das unfreiwillige Bad nicht, nach ein wenig Husten und Würgen war sie wieder fit für den vorgesehenen Ausflug.
Lehre: Künftig darf der Hund erst heraus, wenn alles andere parat ist - und wenn er noch so drängelt!
Also doch homöopathisch!
Man will es ja nicht so richtig zur Kenntnis nehmen, daß der eigene Hund auch alt wird. Immerhin wird meine Esther im Oktober 12 Jahre (Jahrgang 88). Mitte Juni, an einem heißen Morgen, passierte es dann. Sie kippte mir beim Morgenspaziergang um.
Dieser Mittwoch war ein sehr heißer Tag, die Nacht hatte keine Abkühlung gebracht, der letzte Teil des Spazierganges führte auf einem sandigen Weg nach oben, grad schön im prallen Sonnenschein. Obwohl erst 8.30 h morgens, hatte es schon 30 Grad. Ich ging voraus, drehte mich nach meinem Hund um, und da wälzte sie sich scheinbar im Gras. Ich beobachtete sie, wie sie aufstehen wollte, umfiel, es noch einmal versuchte, wieder stürzte und liegen blieb. Sehr rasch war ich bei ihr, leinte sie an, streichelte sie, und sie kam auch hoch. Ein paar Schritte ging sie noch, dann lehnte sie sich zitternd an eine Mauer und ihr Blick sprach Bände. Irgendwie schaffte ich es, die 37 kg Hund nach Hause zu tragen. Ihr Puls ging so rasch, daß ich mit dem Zählen nicht nachkam und sie flog am ganzen Körper. Da es einfach zu heiß war, ging ich erst am nächsten Morgen zum Tierarzt. Anhand der Röntgenaufnahme konstatierte der Arzt eine altersbedingte Herzvergrößerung, durch die die Luftröhre nach oben gedrückt wird, daher keuchte sie manchmal, schon längere Zeit. Es wurden ihr Lanitop Tabletten verordnet, die sie lebenslang nehmen sollte, und Renitec in gewisser Menge, die aufgebraucht werden sollte.
Nach jeder Medikamentengabe erbrach sich der Hund, sie nahm nichts zu sich außer ein wenig Wasser. Fieber hatte sie keines, aber sie wurde matter und matter und der Puls war immer noch stark beschleunigt. Am nächsten Tag gab ich ihr weniger Lanitop und das Renitec ließ ich ganz weg, da sie nach den Tabletten immer erbrach. Am Nachmittag fuhr ich wieder zum Tierarzt, mit einer Harnprobe (der sah fürchterlich aus, dunkelbraun und trüb), und zur Blutuntersuchung. Sie erhielt eine Infusion mit Antibiotika und einem Leberaufbaumittel, da Harn und Blut auf eine Lebererkrankung hinwiesen. Eine weitere Röntgenaufnahme zeigte eine Leber- und Milzvergrößerung. Auch machte mich der Tierarzt darauf aufmerksam, daß Esther nach der Infusion wieder brechen wird (tat sie auch), daß es ihr aber dann gut gehen sollte, und wenn nicht, müsse er sie aufmachen und das würde sie vermutlich nicht überstehen. Tröstlich, nicht wahr?
Gut ging es meiner Esther nach der Behandlung nicht. Sie zog sich in eine geschützte, ruhige Stelle im Garten zurück, wo sie praktisch nicht aufpassen mußte, und blieb bis Samstag Abend nahezu regungslos dort liegen. Dann reichte es mir. Denn wozu ist das Buch von Dr. Wolff (Unsere Hunde gesund durch Homöopathie) seit Jahren meine Leib- und Magenlektüre? Und wozu habe ich eine liebe Bekannte, die Tierheilpraktikerin ist? Nach eingehender Beratung mit ihr und intensivem Nachlesen bei Dr. Wolff gab ich Esther im Intervall von jeweils 1 Stunde zuerst eine Gabe Ipecacuanha zum Neutralisieren der Schäden, die die allopathischen Mittel angerichtet hatten. Dann, jeweils in Hochpotenzen Aconitum gegen Fieber, Arnica gegen die Abgeschlagenheit, Nux vomica gegen den Brechreiz, Chelidonium für die Leber. Falls sie Halsweh haben sollte, verpaßte ich ihr auch Tonsiotren. Für das Herz gab ich ihr Crataegus D1 und Kalium phosphoricum D4, später Kalium carbonicum D4. Für die Leber setzte ich zwei Behandlungen an, da ich nicht wußte, ob die Erkrankung akut oder chronisch war. Am Sonntag jedenfalls fraß sie wieder - ein wenig Extrawurst. Eine Traubenzuckerlösung flößte ich ihr gewaltsam ein, die Homöopathica nahm sie gerne freiwillig. Sonntag Abend ging sie auch wieder eine kleine Runde spazieren, und das Herz schlug ruhig und gleichmäßig. Schon am Samstag abend (nach der Arnica) war sie aufgestanden und ohne Hilfe wieder ins Haus gegangen.
Und da das Glück mit uns war, fand ich endlich einen Tierarzt, der mit klassischer Homöopathie arbeitet. Wir bekamen einen Termin, zu dem ich mich vorbereiten mußte, indem ich möglichst alles von Esther aufschrieb, was erwähnenswert war. Was sie gerne macht, ihre Charakterzüge, ihre Krankheiten, was sie gerne frißt, wovor sie sich fürchtet usw. Diesen Bericht ging der Arzt durch und hatte dazu noch eine Menge Fragen. Dann fand er ihr 'Konstitutionsmittel' - Lycopodium (Bärlapp). Hiervon bekam sie eine einmalige Gabe in C200. Das Herz wurde mit Ultraschall untersucht, sie hat ein langsam schlagendes Sportlerherz, die Klappen arbeiten einwandfrei. Ich konnte alle anderen Mittel absetzen, ausgenommen Crataegus, das sie noch längere Zeit schlucken muß, und einmal in der Woche Arnica C30, das allen alten Hunden gut tut.
Esther ist nun sehr schlank und hat nur noch 32 kg - sie ist ein kräftiger, derber Typ. Sie ist wieder lebhaft, unsere Runden sind kleiner als zuvor, dafür mehrmals täglich. Gestern hat sie mich das erste Mal wieder zum Spielen aufgefordert, und ihre Stimme ist wieder kräftig und Hovawart-like. Also werden wir es demnächst mit einer kleinen Bergtour versuchen. Sie frißt alles, bekommt aber weniger als früher und mehrere Mahlzeiten. Und ich glaube, ich habe sie noch ein paar Jährchen.... Hoffentlich.
Warum ich so allergisch gegen Fertigfutter bin
Hierbei meine ich nicht die gelegentliche Gabe (mal nichts Anderes da, mehrtätiger Fußmarsch, Urlaub), sondern das ausschließliche oder nahezu ausschließliche Füttern mit Fertigfutter.
Wir hatten in unserer Familie Hunde, seit ich mich erinnern kann. Unser Rauhhaardackel Pirschi bekam immer das, was im Haushalt übrig blieb. Seine Leibspeise waren Leberknödel mit Sauerkraut oder Kaiserschmarren. Er war nicht einmal zum Impfen beim Tierarzt und wurde über 22 Jahre alt. Mein erster Hund war ein herrenloser Pudel, der mich seiner Frisur wegen viel Geld kostete, aber auch er fraß, was es im Haushalt gab, sein Lieblingsfressen war Reis mit Soße und Salat. Sherry wurde 20 Jahre alt und war nie beim Tierarzt. Aber ein Gutes hatte die monatliche Prozedur des Scherens. Der alte Herr, der diese Arbeit ausführte und bei der ich assistieren mußte, jammerte jedesmal über die Hautkrankheiten und Fellprobleme seiner 'Klienten', die Dosenfutter bekamen. Das war um 1962.
Dann kam die Zeit, für die eigene Familie einen Hund anzuschaffen. Der erste war eine fertig abgerichtete Schäferhündin, eben Britta, und auf meine Frage, wie ich diesen Hund am besten füttere, sagte der Züchter: 'Das beste und gesündeste sind rohe, ungeputzte Blättermägen (Kutteln), auch wenn viele das nicht mögen, weil es billig ist und stinkt'. Unsere Britta kam nur zum Impfen zum Tierarzt, überstand zwei Jahre in den Tropen nahezu unbeschadet. Leider mußte ich ihr aufgrund der für uns dort unverstellbaren Zeckenplage ein Zeckenhalsband umlegen. Und natürlich bekam sie daraufhin Krebs. Wir verloren sie mit 9 Jahren nach 2 Operationen.
Nun kam unsere erste Hovawarthündin 'Bona von der Teufelshöhle' in unsere Mitte, und damit begann unsere große Passion. Natürlich bekam auch sie nur im Haushalt Produziertes, und eben Kutteln. Und dann wurden wir aufgefordert, mit ihr zu züchten. Ich war ratlos und befragte meinen Tierarzt, wie ich das beginnen solle. Und er gab mir zwei hervorragende Tipps: Die Empfehlung eines Buches 'Brevier neuzeitlicher Hundezucht' von Hans Räber, einem erfahrenen, echten Riesenschnauzerzüchter und Richter und Liebhaber seiner Rasse par excellence - und ein Schweizer dazu. Ich sage echt, weil er nicht so hobbymäßig herumwuselt wie wir Laienzüchter, sondern sein Zuchtprogramm von der Pike auf verstand. Moderne (besserwisserische) Tierärzte werden über ihn sicher schimpfen ob 'Opa's Zucht', aber seine Hunde waren gesund und langlebig. Und das zweite war ein Futterplan für die Welpen, denn seine Frau (Tierarzt) züchtete schon seit längerem kerngesunde, langlebige und quicklebendige Pekingesen.
Wir sind Mitbegründer des HGSN in Nürnberg, und als wir unseren ersten Abrichtekurs ausrichteten, luden wir zwei Referenten, beides Tierärzte, zu Vorträgen ein. Zuerst ein Dr. Koch, der über moderne Fütterung - natürlich Fertigfutter - als das Allerbeste und Gesündeste sprach und davor warnte, unsere Hunde zu früh u.a. durch Radfahren zu belasten. Zwei Tage später kam ein junger Tierarzt NN, der gerade eine Tierklinik in Nürnberg eröffnet hatte, und sprach über Skelettaufbau, Bewegung und HD und sagte genau das Gegenteil von dem, was sein zwei Tage vorher referierender Kollege gemeint hatte. Er selbst radelt sogar mit seinen Dackeln, die topfit seien und höre sich das Geläster der dicken älteren Hundeliebhaber schmunzelnd an. Und für unsere Hovawarte sei es genau richtig, die mit Kutteln zu füttern, da dieses weiße Bindegewebe ohne jede Belastung der Nieren voll verdaulich sei, und wir sollen die Hunde ab vier Monaten ans Rad gewöhnen. Natürlich waren die Kursteilnehmer irritiert, und NN meinte dann, nun, den Dr. Koch kenne ich gut, er ist ja Vertreter für das Futter XY.
Ca. 8 Jahre später besuchte ich NN in seiner Tierklinik. Ich brachte einen Hund aus unserem F-Wurf zum Röntgen, dessen Besitzer keine Zeit dazu hatten. Es stand auch ein Vortragsabend des Herrn Dr. Koch in unserer Landesgruppe an, und ich wollte von NN einige Gegenargumente einholen. Als ich die neue Klinik betrat, stockte mir der Atem. Mitten im Foyer stand eine riesige Palette mit - Fertigfutter. Diätfutter, Futter für junge Hunde und anderes. Nun, meine Argumente sah ich natürlich davonschwimmen. Ich sprach ihn aber trotzdem daraufhin an und hörte zu meinem Erstaunen, er züchte jetzt auch, und zwar Jagdterrier. Niemand könne das passende Futter so genau und richtig zusammenstellen wie eben die Hersteller von Fertigfutter und jeder, der etwas Anderes sage, sei rückständig und verstünde nichts von gesunder Ernährung.
Ich hatte aber schon 1983 des Glück, Frau Helma Danner kennenzulernen. Sie ist Gesundheitsberaterin und schrieb eines der ersten Bücher über gesunde Ernährung (für Menschen). Mit ihr habe ich viele Stunden gesprochen, und sie gab mir den sog. Pottenger-Bericht zu lesen. Dieser wurde bereits vor dem 2. Weltkrieg verfaßt, als in den USA die Futtermittelindustrie etwa so bedeutend war wie jetzt hier. Grob gesagt kommt Pottenger zu dem Resultat, daß höchstens zwei - drei Generationen lang mit 'totem Futter' gefüttert werden kann, und dann gäbe es Probleme.
Jetzt höre ich viel zu oft von großen gesundheitlichen Problemen bei unserer geliebten Rasse. Hand aufs Herz - wie füttern Sie ihren Hund? Wie ziehen Sie Ihre Welpen auf? Und wie oft sind Sie beim Tierarzt? Und wenn Sie Ihren Hund gesund ernähren wollen und den Geruch von Kutteln nicht vertragen, dann schauen Sie nach, was Dr. Wolff vorschlägt (Unsere Hunde gesund durch Homöopathie).
Unsere Bona wurde mit 6 1/2 Jahren vergiftet. Unsere Bella trank von kontaminiertem Wasser, hatte aber vorher schon eine Vergiftung durch Herbizide, und wurde nur 3 1/2 Jahre alt. Unsere Alpha wurde über 13 und Esther war 12 Jahre am 5. Oktober 2000 - und ich hoffe, sie bleibt mir noch einige Zeit. Außer zum Tollwutimpfen waren wir zweimal beim Tierarzt, einmal zum Kastrieren und einmal zum Zahnziehen. Und sie bekommt Kutteln und Pansen und Reis mit viel Gemüse, Obst und Salat, Eier. Rosinen, Äpfel und Nüsse mag sie besonders gern. Und jeden Morgen gibt es eine Scheibe Vollkornbrot, die sie sich durch sportlichen Einsatz (Schnappen) verdienen muß. Und, nicht zu vergessen - jeden zweiten Tag ein schönes Stück Ziegenkäse.
Liebe auf den ersten Blick
Hier kenne ich zwei Geschichten. Zuerst möchte ich die von Min Inches erzählen. Min kennen Sie vielleicht schon, sonst schauen Sie doch bitte mal unter meinen links nach. Sie ist eine ältere Dame aus Schottland, die, wie ich sie in Verdacht habe, jeden Ho weltweit samt seiner Abstammung registriert hat. Sie lebt und leibt für Hovawarte, dabei wollte Sie ursprünglich einen ganz anderen Hund.
Es kam so: Sie war immer schon Hundesportlerin, und als ihr Mann nach Holland versetzt wurde, verkaufte sie als erstes ihre drei Hunde, denn in England wurden wahre Schauermärchen über unser tollwutbefallenes Europa erzählt. Sehr bald merkte sie, daß dem nicht so war und lag ihrem Mann nun Tag und Nacht in den Ohren wegen eines neuen Hundes. Sie wollte diesmal einen Rassehund, nahm Kontakt zu einem Züchter auf und verabredete sich mit diesem auf einer Schau. Während nun der Züchter gerade seine Tiere vorführte, schaute sie sich mal im Nachbarring um und sah .... Hovawarte. 'and she fell in love'. Es war alles Andere vergessen, und allen Sprachschwierigkeiten zum Trotz konnte sie sich erfolgreich durchsetzen und bekam ihren ersten Hovawart - Tobias van het Spinhuis. Mit diesem sm Rüden hat sie zugleich auch einen richtigen Glücksgriff getan, denn er hatte nicht nur ein tadelloses Wesen, sondern war ein echter Showman und gewann nahezu alle Ausstellungen mit BOB. Er wurde nur zweimal, und das von seinen eigenen Nachkommen, geschlagen und gewann das letzte BOB im Alter von über 12 Jahren - kurz vor seinem Tod. Natürlich können sie auf Min Inches homepage sein Konterfei bewundern.
Und nun die zweite Geschichte. Das ist unsere eigene. Bei Durchsicht der Welpenliste hatten wir uns einen Hovawart eigentlich schon abgeschminkt, denn wer fährt wegen eines Hundes von Nürnberg nach Oldenburg oder noch weiter? Aber, es ist immer gut, wenn man netten Kontakt zu seinen Nachbarn hat, denn eine meinte, unsere (gemeinsame) Kinderärztin hätte mich mit ihrer Begeisterung für Hovawarte angesteckt. Da die Ärztin bekannt war für wenig Zeit haben, konnte sie nicht eine derart weite Reise angetreten haben. Ich fragte nach, und tatsächlich hatte sie einen Züchter ca. 60 km entfernt aufgetrieben. Das Glück blieb uns treu, denn als ich anrief, stellte sich heraus, daß er einen Welpen zurückgenommen hatte und am nächsten Tag in Nürnberg eine Körung sei. Er werde die kleine Hündin einmal mitnehmen. An diesem 'nächsten Tag' zeichneten sich unsere Kinder durch Überpünktlichkeit aus und wir fanden auch den beschriebenen Ort - und waren einfach weg. Diese schönen großen Hunde, ruhig und selbstbewußt, kein Knurren, kein Gekläffe - beeindruckend. Und dann ein Bündel Hund wie ein Teddy, an einer Föhre angeleint. Wenn das diese Bona ist - hieß es unisono - dann muß sie zu uns. Die gesamte Familie verliebte sich auf der Stelle in sie, und wir konnten den Züchter auch überzeugen, daß wir die richtige Familie für Bona sind. Zu allen Auflagen sagten wir ja und Amen - und, das Ende der Geschichte: Wir fingen mit dem Hundesport (SchH III) und Züchten an - und fuhren oft viel weitere Strecken als 'nur' von Nürnberg nach Oldenburg.
Bona und Jaco
Jaco war unser Graupapagei und unterhielt die ganze Umgebung, wenn er auf der Terrasse auf seiner Schaukel umherturnte. Als wir nun unseren jungen Hund Haus und Garten erobern ließen, stand Bona erst einmal 'sichernd' auf der Terrasse. Der Vogel linste herunter und rief: Britta! So hieß unser vorheriger Hund, der guckte bei diesem Ruf auch immer brav nach oben. Bona zeigte natürlich keine Reaktion. Jaco wiederholte: Britta!! Wieder nichts. Er linste wieder, dann ahmte er das Bellen eines Dackels aus der Nachbarschaft nach. Und nun schaute Bona hoch, allerdings ziemlich verduzt. So, als wollte sie sagen: He, ich denke, Du bist ein Vogel, und nun bellst Du? Und, Sie werden es nicht glauben, nach zwei Tagen rief der Vogel: Bona! - und Bona guckte hoch. Jacos Welt war wieder in Ordnung.
Freundschaft
Flocki war ein Meerschweinchen, das meiner Tochter gehörte. Da es im Winter in ihrem Zimmer ziemlich kalt und Flocki ziemlich jung war, blieb der Käfig vorerst in unserem Wohnzimmer. Bona schloß sofort Freundschaft mit ihm und jeden Morgen wurde gequietscht und gepfiffen und gewinselt und Küßchen ausgetauscht. Mit der warmen Jahreszeit erfolgte die Übersiedlung von Flocki in Susannes Zimmer, eine Etage höher. Nach kurzer Zeit fiel mir auf, daß Susanne sehr schweigsam und blaß war. Als ich sie nach ihrem Kummer fragte, weinte sie: der Flocki frißt nicht, er muß bestimmt sterben. Ungläubig rannten wir alle nach oben (auch Bona, die sonst unten bleiben mußte). Sie drängte sich zum Käfig durch, großes Gewinsle, Gequietsche, usw. - und Flocki stürzte zu seinem Schüsselchen und fraß. Klar, daß Bona nun jeden Morgen zum Wecken auf Susanne's Zimmer durfte.
Der fliegende Hund
Dingo, gerade ein Jahr alt, hatte beim Radfahren seine Susanne zu Fall gebracht - Erfolg war ein Gipsbein beim Frauerl. Nun hieß es, für Susanne und Dingo ruhen. Ein paar Tage später: ein herrlicher Frühlingstag, und auf der Dachterrasse pflegte Susanne ihr Gipsbein, der Papa den Garten und Dingo langweilte sich. Da kam ein Schmetterling dahergeflogen, Dingo nahm ihn aufs Korn und lief im nach, immer intensiver und hüpfte und versuchte - Beutetrieb ist ja gefragt - das Fliegetier zu erwischen. Bis sich der Schmetterling über die Brüstung rettete - Dingo hechtete voll Eifer nach, bemerkte seinen Fehltritt und wollte sich in der Luft noch umdrehen, aber das schaffte er natürlich nicht. Die Familie stand wie gelähmt vor Schrecken. Die Terrasse lag immerhin im vierten Stock. Doch, oh Wunder, es gab unten zwar nur wenig Büsche, aber auf diesen landete der Hund. Sein Jaulen war eine Erlösung für seine Meute. Er kam sofort in die Klinik, dort wurde zuerst sein Lungenriß ausgeheilt, anschließend mußte noch eine Pfote genagelt werden. Nach 14 Tagen kam er glücklich wieder nach Hause - aber von Leuten in weiß wollte er nichts mehr wissen. Erstaunlicherweise war er sogar HD-frei, hatte allerdings im Alter starke Arthrose mit Schwierigkeiten beim Aufstehen. Er wurde nur 9 Jahre alt. Aber sein Abenteuer hätte schlimmer ausgehen können.
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Diese Seite wurde am 29.02.04 aktualisiert.
